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Statistiken

In der Schweiz sind die Kantone für die Zulassung der ärztlichen Medikamentenabgabe zuständig. In 17 von 19 Deutschschweizer Kantonen dürfen die Ärzte Medikamente an ihre Patientinnen und Patienten abgeben. Anders präsentiert sich die Situation in der Westschweiz sowie in den Kantonen Basel-Stadt und Aargau: Dort verfügen die Apotheken über ein Medikamenten-Abgabe-Monopol. Ein spezielles „Mischsystem“ kennen die Kantone Bern und Graubünden sowie bis Ende 2017 auch der Kanton Schaffhausen.

Im Kanton Schaffhausen sprach sich das Stimmvolk 2012 für einen Kurswechsel zugunsten der Selbstdispensation (SD) aus. Ab Anfang 2018 tritt nun auch dort die uneingeschränkte ärztliche Medikamentenabgabe in Kraft. Dann dürfen auch die städtischen Ärzte aus Schaffhausen und Neuhausen Medikamente abgeben.

Die durchschnittlichen Medikamentenkosten pro versicherte Person liegen in Kantonen mit Selbstdispensation deutlich tiefer als in den Rezepturkantonen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich die ärztliche Medikamentenabgabe als kostengünstiger und patientenfreundlicher Abgabekanal bestens bewährt hat.

Medikamentenkosten pro versicherte Person 2016

*Die Kantone Baselland (44.6% SD-Anteil) und Solothurn (55.1% SD-Anteil) weisen einen wesentlich tieferen SD-Anteil aus. In der Regel beträgt in den SD-Kantonen der Anteil mehr als 70% (Quelle: SASIS AG, Solothurn, 2017).

In der Schweiz können Medikamente sowohl über Apotheken, SD-Ärzte, Drogerien und Spitäler bezogen werden. Dabei verfügt die ärztliche Medikamentenabgabe über die meisten Abgabestellen. Dies führt eindrücklich vor Augen, dass die Selbstdispensation eine flächendeckende Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet.

Absatzkanäle nach Bestand (2016)

Quelle: Interpharma mit Datengrundlage IMS Health Schweiz 2017.

Mit Abstand am meisten Geld verdienen Apotheken mit dem Verkauf von Medikamenten. So erzielten sie 2016 einen Umsatz von über 2,8 Milliarden Franken. Deutlich tiefer fiel dagegen der Medikamentenumsatz der SD-Ärzte aus. Im selben Zeitraum betrug dieser rund 1,3 Milliarden Franken. In ähnlichen Dimensionen bewegte sich der Umsatz von Spitälern. Drogerie hingegen generierten lediglich 66 Millionen Franken mit dem Verkauf von Medikamenten.

Absatzkanäle nach Umsatz (2016)
In Mio CHF, zu Fabrikabgabepreisen

Quelle: Interpharma mit Datengrundlage IMS Health Schweiz 2017.

Ärztliche Leistungen werden je nach Kanton unterschiedlich honoriert – trotz gleicher TARMED-Positionen. Diese Differenzen beruhen auf unterschiedlich hohen kantonalen Taxpunktwerten. Infolgedessen werden dieselben ärztlichen Leistungen in den meisten SD-Kantonen wesentlich schlechter entlöhnt als in den Rezepturkantonen. Die Selbstdispensation ermöglicht den Ärztinnen und Ärzten, die entsprechenden Einkommenseinbussen zumindest partiell abzufedern.

Kantonale Taxpunktwerte 2015